Jeder Schwangeren steht es frei, die Form der Vorsorge selbst zu wählen. Diese kann allein durch den Gynäkologen erfolgen, allein durch eine Hebamme oder im Wechsel bei einer Hebamme und dem Gynäkologen. Die Vorsorgeuntersuchungen werden von der Krankenkasse getragen, unabhängig davon, für welches Modell sich die Schwangere entscheidet.

Bei den Vorsorgeuntersuchungen orientieren wir Hebammen uns an den Mutterschaftsrichtlinien, welche für alle niedergelassenen Gynäkologen bindend sind. Somit ist eine einheitliche Betreuung gewährleistet.

Die Vorsorge einer regelrechten Schwangerschaft* sollte bis zur 32. Schwangerschaftswoche alle 4 Wochen stattfinden, ab der 33. Schwangerschaftswoche dann im 2-wöchentlichen Rhythmus. Ab dem Erreichen des mutmaßlichen Geburtstermins erfolgt die Vorsorge alle 2 Tage.

Rechtliche Grundlagen zur Schwangerenvorsorge finden sich im

  • § 15 Mutterschutzgesetz (MuSchG) – Sonstige Leistungen
  • § 195 Reichsversicherungsordnung (RVO) – Leistungsumfang bei Schwangerschaft und Mutterschaft
  • § 196 Reichsversicherungsordnung (RVO) – Hebammenhilfe

*regelrechte Schwangerschaft:
Hierunter versteht man eine Einlingsschwangerschaft, in der die werdende Mutter unter keiner Erkrankung leidet, welche durch die Schwangerschaft verursacht wurde (z.B. Gestationsdiabetes oder Bluthochdruck). Mehrlingsschwangerschaften und Schwangere mit Risikofaktoren dürfen nicht von einer Hebamme allein in der Vorsorge betreut werden. Außerdem finden die Vorsorgen in einem deutlich engmaschigeren Rhythmus statt.